Seeadlerjagd auf dem Salzhaff

Am vergangenen grauen, wolkenverhangenen Sonntag konnte ich am Salzhaff bei Boiensdorf das Jagdverhalten einen ausgewachsenen Seeadlers beobachten. Weit draußen auf dem Haff hatte sich ein Schlag Blesshühner versammelt. Eng zusammengedrängt bildeten sie für potenzielle Angreifer aus der Luft eine Verteidigungsformation. Es dauerte nicht lange, und am Himmel tauchte ein mächtiger Seeadler auf. Zielstrebig hielt er auf die Blesshühner zu. Sofort begannen diese, wie wild mit den Flügeln zuschlagen, bis das Wasser aufspritzte. Unerfahrene Seeadler hätten nun wohl vor lauter Verwirrung auf Grund der wirbelnden Masse abgedreht. Nicht so der erfahrene Altvogel. Immer wieder strich er mal im Tiefflug über die Blesshühner, mal rüttelte er in der Luft stehend über den verängstigten Opfern. Es dauerte keine 10 Minuten, bis der König der Lüfte ein schwaches Tier ausmachte, welches nun entkräftet vom vielen Geflatter , von seinen Artgenossen getrennt, im Wasser trieb. Der Seeadler sank majestätisch zu Wasseroberfläche hinab und griff mit seinen gewaltigen Klauen nach seiner Beute. Dann zog er dicht über dem Wasser davon, ein schwarzes Federknäuel in den Fängen. Fast wie am Buffet bedient ...

Etwas später sah ich ihn auf seinem Rastplatz, satt und zufrieden. Bis zwei Krähen auftauchten, um ihn von seinem kahlen Ast zu vertreiben. Immer wieder stießen sie auf den viel größeren Adler nieder. Doch der Alte blieb sitzen, wenn auch leicht genervt – aber königlich.

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