Mit dem Kajak zur Hauptburg der Zirzipanen

Als die Slawen ab dem 6. Jahrhundert die Region zwischen Oder und Elbe besiedelten, bestand das Land aus riesigen Wäldern und unzähligen Seen. Um sich gut gegen feindliche Angriffen zu verteidigen, nutzten die damaligen Siedler geschickt die natürlichen Gegebenheiten der Landschaft aus. Dazu bauten sie ihre Holzburgen auf hochaufragenden Geländespornen, in sumpfigen Feuchtgebieten oder auf Inseln. Letzteres taten auch die Zirzipanen, welche in der Region um die heutigen Orte Demmin, Dargun und Teterow siedelten. Auf der langgestreckten Insel im Teterower See befand sich ihre Hauptburg, dessen beeindruckende Wallreste ich besichtigen wollte. Um auf die Insel zu gelangen, nutzte ich nicht die Fähre sondern das Kajak. Ich suchte mir dazu eine am östlichen Seeufer gelegene Einsetzstelle, welche direkt mit dem Auto anfahrbar war und fand sie am Schöpfwerk nahe Bukow. Hier verbindet ein Kanal den Teterower See mit der Peene, welche weiter nach Neukalen fließt.

Über diesen Kanal gelangte ich in den Teterower See und nahm Kurs auf die Burgwallinsel. Nach gut 2 Kilometern gegen den leichten Westwind erreichte ich die Nordspitze der Insel. Da das Laub der Bäume noch im Entstehen war, konnte ich den Wall der ehemaligen Hauptburg direkt hinter dem Ufer aufragen sehen. Ich umrundete die Spitze und kam zum Badestrand, an welchem auch das Gasthaus liegt. Da für Gasthaus und Fähre Ruhetag war, hatte ich die Burgwallinsel ganz für mich alleine. Ich zog das Kajak an der Badestelle an Land und erkundete den Vor- und den Hauptwall der alten Slawenburg. Mit meinen Fischerstiefeln war es etwas mühsam, das nächste Mal musste ich unbedingt daran denken, die normalen Schuhe mit an Bord zu nehmen. Nach eier kurzen Rast am Ufer stieg ich wieder ins Kajak und paddelte Richtung Teterow. Vorbei an der Fähre ging es unter der Brücke zum Sauerwerder hindurch. Dann lagen vor mir die kleinen Bootshäuser leuchtend in der Sonne. Gemächlich fuhr ich an ihnen entlang, passierte die Badestelle und umrundete die Südspitze vom Sauerwerder, bevor es durch einen schmalen Schilfkanal zurück in den Hauptsee ging. Zu Zeiten der Zirzipanen stand hier eine mehrere hundert Meter lange Brücke, welche das Festland mit der Burgwallinsel verband. Ihre Konstruktion war wohl so durchdacht, dass im Angriffsfall die Brückenteile schnell entfernt werden konnten. Am Ende hat es den Slawen aber nichts genützt. Die Dänen eroberten die Burg und zerstörten sie nachhaltig.

Mit auffrischendem Rückenwind kehrte ich nun direkt über den See zurück zum Kanal.

Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.