Inselhopping auf dem Schweriner See

Bei "warmen" 6 °C schob ich das Kajak am Zippendorfer Strand in den Schweriner See. Der Parkplatz liegt direkt am Strand und kostet aktuell 50 Cent je Stunde. Das passt auch für eine länger Tour. Schäfchenwolken und Windstärken von 2 bis 3 aus West waren beste Voraussetzungen für mein geplantes Inselhopping. Zuerst ging es Richtung Westen, entlang des Ostorfer Halses, fast parallel zum am Land verlaufenden Franzosenweg. Das Wasser ist hier glasklar – traumhaft schön.

Hinter dem Yachthafen umrunde ich die Landspitze und gelange in den Bucht der Schlossinsel. Was für ein Anblick. Ein Baukran stört etwas, aber egal, das große Ganze sieht fantastisch aus. Schloss und Marstall, die Spitze des Doms unter weißen Fotowolken. Am Ufer der Parkanlage mache ich kurz Rast, bevor es unter der ersten Brücke in den Burgsee und unter der zweiten Brücke zu den Bootsanlegern am Marstall geht. Auf der Schlossinsel herrscht schöner Betrieb. Touristengruppen lauschen aufmerksam ihrem kundigen Führer, Familien schieben Kinderwagen über die Uferwege und auf den Bänken sitzen Menschen und genießen einfach den Ausblick. Ich paddele dicht an der Grotte vorbei und wende dann den Kajakbug Richtung offenen See. Ein Blick in den Himmel zeigt weiße Wolken, mehr oder weniger dicht ziehend. Ein guter Ausgangspunkt für einen Abstecher zum Kaninchenwerder. Das klare Wasser rauscht unter dem Kiel, welcher durch fast spiegelglattes Wasser zieht. Kräftig rudernd halte ich auf die Insel zu, welche gemeinsam mit dem Ziegelwerder gegenüber von Zippendorf liegt. Auf der Hälfte der Strecke nimmt der Wind plötzlich zu, erst rast eine Böe über den See, dann die Zweite. Ich drehe mich um und sehe, dass sich über Schwerin dunkle Wolken zusammenballen. In der Ferne sind auch Regenschleier zu sehen. Starker Wind ab 4 kann sehr unangenehm werden, also halte ich mich ran. Der kleine Hafen vom Kaninchenwerder kommt immer näher, denn der auffrischende Wind, welcher die Regenwand begleitet, schiebt mich zusätzlich vorwärts. Ich erreiche die Insel und ziehe das Kajak an Land, während der Wind zunimmt und kräftige Böen den Wellenkämmen weiße Kronen aufsetzen. Um mich herum ist es dunkel, zum Glück regent es nur leicht. Die Gaststätte hätte im Notfall aber eine überdachte Terasse, unter der man Schutz findet. Knappe 20 Minuten später ist der Spuk vorbei. Über Schwerin scheint wieder die Sonne und auch über der Insel wird es jetzt immer heller.

Ich ziehe das Kajak wieder ins Wasser, Kaffee und Käsebrote sind alle. Im Uhrzeigersinn umrunde ich nun Kaninchenwerder und Ziegelwerder. Tatsächlich entdecke ich noch den König der Vögel – ein stattlicher Seeadler fußt auf kahlen Ästen und schaut argwöhnisch zu mir herunter. Von Ziegelwerder paddele ich hinüber zur Reppiner Burg und von hier langsam zurück zum Zippendorfer Strand.

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