Ein Morgen auf dem Adlerturm am Krakower See

Manchmal muss man als Tierbeobachter auch Glück haben. Die frühe Sonne hat die Nebelschwaden auf der Glaver Koppel aufgelöst, in der Ferne bei Dobbin ist es noch ziemlich dunstig. Ich sitze auf dem Adlerturm am Krakower Obersee und hoffe auf einen Seeadler. Lange zeigt sich außer Kormoranen, Enten und Möwen nichts besonderes. Das gibt mir aber die Gelegenheit, die Beute-Strategie der Möwen zu beobachten. Sie halten sich in der Nähe der erfolgreichen Fischfänger wie dem Kormoran oder dem Haubentaucher auf und warten, bis diese Beute machen. Dann stürzen sie sich manchmal zu fünft auf den glücklichen Jäger und versuchen, ihn so zu nerven, das er die Beute frei gibt.

Gerade beobachte ich einen wackeren Kormoran, der immer wieder unter den Möwenatacken abtaucht, hastig einen kleinen Fisch verschlingt und den nächsten Haken unter Wasser schlägt, als es plötzlich direkt neben mir klatscht. Ich setze das Fernglas ab und sehe am Schilfrand einen Fischadler, der mit Beute in den Krallen an Höhe gewinnt. Schnell greife ich zum Fotoapparat und komme zum Schuss ... Der Adler lässt sich hinter dem Schilf nieder und verspeist seinen Fisch. Ein junger Seeadler erscheint am Himmel und schreckt den Fischadler auf. Er fliegt eine kurze Runde über die Koppel und fusst dann auf dem Adlerbaum, um seine Federn zu trocknen. Der Seeadler ist wieder verschwunden. Nach gut 20 Minuten verlässt der Fischadler seinen Rastplatz und fliegt direkt an mir vorbei Richtung Westen. Bald zieht er in den warmen Süden ... gute Reise! 

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